Gesamtschule   Am Lauerhaas   Wesel

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Eine Zeitreise am Lauerhaas

Donnerstag, 21. Dezember 2017. Ein seltener Besuch beehrt unsere Schule – der Archivar der Stadt Wesel, Dr. Martin Wilhelm Roelen, ist heute zu Gast in der Jahrgangsstufe Q1. Genauer gesagt, im Leistungskurs Geschichte. Dr. Roelen hatte sich bereit erklärt, einen Vortrag zum Halbjahresthema „Das lange 19. Jahrhundert“ zu halten. In nahezu universitärem Vorlesungsstil berichtete er über Etappen der Industrialisierung am Niederrhein und in Wesel. So erfuhren die Zuhörenden, dass der berühmte James Watt, der Erfinder der Dampfmaschine, einst Wesel besuchte, nur um sogleich weiter nach Sterkrade zu reisen, um dort Ersatzteile für sein Dampfschiff „Caledonia“ zu beschaffen (1817). Die Schülerinnen und Schüler hörten von der Isselburger Hütte, die lange das einzige Industrieunternehmen am Niederrhein war, und lernten die Bedeutung der Eisenbahn für die wirtschaftliche Entwicklung kennen: Erst 1856 wurde der Bahnhof in Wesel errichtet. Zahllose weitere Details rundeten die Ausführungen des Stadtarchivars ab, der schon zwei Tage zuvor unsere Klasse 7e besucht hatte.

Während der Vortrag für die Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe eher wissenschaftlich gewesen war, stellte Dr. Roelen der 7e lebendig die „Zeitreise Wesel“ vor. Die „Zeitreise Wesel“ – ein Projekt i. w. des Stadtarchivs zum 775. Stadtjubiläum – zeigt mit Bildern und Landkarten, wie Wesel früher ausgesehen hat. Man kann auch genau sehen, was sich an jedem Ort der Stadt Wesel vor 800, 600 oder 200 Jahren befand. Mit dem großen Diarama, welches unsere Schule mehrere Monate lang beherbergte, erforschten die Schülerinnen und Schüler so unsere Heimatstadt (das geht auch mit dem heimischen Computer: Man tippt in eine Suchmaschine die Worte ZEITREISE WESEL ein und findet sogleich die entsprechende Internetseite, um sich selbst auf seine Zeitreise zu begeben).

Dr. Roelen informierte auch hier über die Stadtgeschichte: Wesels Einwohner waren durch eine höhere Lage vor Rheinhochwasser geschützt. Eine mächtige Stadtmauer schützte die Häuser, aber zwischen Stadt und Mauer gab es auch Freiland, damit es genügend Platz zur Erweiterung der Stadt gab. Wesel war im Mittelalter sogar größer als Duisburg oder Düsseldorf. Florian, Till, Tobias und Norman berichten: „Wir haben erfahren, dass Wesel mal die größte Stadt am Niederrhein und ziemlich reich war. Wir finden gut, dass man gesehen hat, wie Wesel im Laufe der Zeit gewachsen ist.“ Und Steve, Tim, Lennja und Leon – alle ebenfalls in der 7e – meinten: „Uns hat überrascht, dass Wesel so groß war und wir würden gerne mehr über die Stadtmauer und die Kirche erfahren.“ „Wir fanden es schade, dass es zu wenig Zeit gab, die einzelnen Bilder genauer zu erklären.“

Ganz herzlich danken wir alle Herrn Dr. Roelen, dass er sich Zeit für unsere Schule genommen hat. Ebenso bedanken wir uns für sein großzügiges Geschenk: Er brachte der Schule eine reiche Auswahl an Büchern aus der Reihe „Studien und Quellen der Stadt Wesel“, die vom Stadtarchiv herausgegeben wird, mit.