Gesamtschule   Am Lauerhaas   Wesel

Wandertag 5h 18 Drucken

Ein Besuch auf dem Tinthof

Für die Klasse 5h und den Religionskurs stand kurz vor den Ferien ein gemeinsamer Besuch mit den Lehrerinnen Frau Massin und Frau Ruland auf dem demeter-zertifizierten „Tinthof“ der Familie Hülsermann in Voerde an. Im Vorfeld des Besuchs hatten sich die Kinder im Biologie- bzw. Religionsunterricht mit der ökologischen Landwirtschaft und artgerechten Tierhaltung auseinandergesetzt.

Der Tinthof stellt sich vor

Zu Beginn des Rundgangs berichtete Herr Hülsermann etwas zur Geschichte des Tinthofs: Zum Beispiel, dass im Krieg alles zerstört und erst wieder aufgebaut werden musste. In den 1960er Jahren erfolgte eine Spezialisierung auf den Milchbetrieb. Herr Hülsermann erklärte, dass heutzutage in der ökologischen Landwirtschaft wieder Wert darauf gelegt werde, mehrere Tierarten zu halten. So leben auch auf dem Tinthof heute nicht mehr nur 35 Milchkühe, sondern auch 150 Hühner und ein Schwein. Zudem baut Familie Hülsermann Feldfrüchte an.

Das „Hühnermobil“

Als Erstes durften die Kinder die Hühner in ihrem „Hühnermobil“ besuchen und füttern. Anschaulich wurde den kleinen Gästen erklärt, dass wir Menschen uns bei der Nutzung der Eier und des Fleischs der Hühner darüber bewusst sein müssen, dass für uns ein Tier gestorben ist. Deshalb sieht sich Familie Hülsermann dazu verpflichtet, immer darauf achtzugeben, dass es den Tieren auf dem Hof gut geht und sie artgerecht gehalten werden. Ökologische Landwirtschaft zeichnet somit besonders aus, dass hier das Wohlbefinden des Tieres im Mittelpunkt steht. So verlassen wir beispielsweise nach einiger Zeit das Hühner-Gehege, um die Tiere nicht unter Stress zu setzen. Besonders beeindruckt sind die Kinder, als sie von der Initiative „Bruderhahn“ erfahren, bei der männliche Küken geschützt werden.

Kühe versorgen uns mit Milch

Auf dem Weg zur Kuhweide fiel den Kindern auf, dass die meisten Kühe der Familie Hülsermann Hörner haben. Bis vor sieben Jahren war dies noch nicht der Fall, wie Herr Hülsermann uns mitteilte. An diesem Beispiel erkannten die Kinder einen direkten Unterschied zur konventionellen Landwirtschaft, bei der meistens den Kühen ihre Hörner entnommen werden. Die Schülerin Anna wollte von Herrn Hülsermann wissen: „Die Kühe geben uns Milch. Was können wir ihnen denn als Dankeschön geben?“ Herr Hülsermann dazu: „Natürlich können wir ihnen Streicheleinheiten geben oder Leckerlies. Aber viel wichtiger ist zu schauen, was die Kühe brauchen, um sich wohlzufühlen. Das Wichtigste ist deshalb erst einmal, dass sie genügend Platz, Auslauf und gutes Futter bekommen.“

Luiz darf das Kalb streicheln. Es besitzt noch seine Nabelschnur, ist unter einer Woche alt. Am Beispiel des Kalbs wird den Kindern ein weiterer Unterschied zur konventionellen Landwirtschaft deutlich. Die Kälber des Tinthofs saufen für mindestens drei bis vier Monate die Milch aus dem Euter ihrer Mütter. In vielen konventionellen Betrieben ist es üblich, die Kälber mit Milchpulver zu füttern. Das Milchpulver ist kostengünstiger, doch ihm fehlen wichtige Inhaltsstoffe. Zum Schluss des Besuchs kamen die Kinder dann noch in den Genuss einer Kostprobe der Milch und des Käses vom Tinthof. Schließlich wollten sie noch von Herrn Hülsermann wissen, woher manchmal die Löcher im Käse kommen. Die Löcher im Käse verraten, was die Kuh frisst. Isst die Kuh Gras, sind weniger Löcher im Käse.

Das Feedback nach dem Besuch: Begeisterung!

In einer Feedbackrunde nach dem Besuch schwärmten die Kinder besonders von der Milch und dem Käse des Tinthofs. Arne schrieb zum Beispiel dazu: „Die Milch war ausgezeichnet.“

Viele merkten auch an, dass es toll war, die Tiere zu streicheln und dass der Tinthof ein Schwein hält.

Frau Ruland bat die Kinder während der Feedbackrunde auch darum, ihre Wünsche aufzuschreiben. Ein Schüler notierte: „Ich wünsche mir, dass ich den Käse nochmal essen kann.“ Dieser Wunsch einer Schülerin wird vermutlich für viele andere Menschen auch gelten: „Ich wünsche mir, dass es mehr Bio-Höfe gibt, weil es gesünder ist und für die Tiere besser ist.“